FASD

Was ist FASD?

FASD ist eine Schädigung des Gehirns, die durch Alkohlkonsum der Mutter in der Schwangerschaft entsteht.  Als Fetale Alkohol-Spektrum-Störungen werden alle alkoholbedingten Einflüsse auf die Entwicklung des Ungeborenen zusammengefasst.

Was passiert, wenn in der Schwangerschaft Alkohol getrunken wird?

Während der gesamten Schwangerschaft bilden sich Nervenzellen und Verbindungen zwischen den einzelnen Zellen. Alkohol ist ein Nervengift und wirkt folgendermaßen

  • Er verhindert die Neubildung der Zellen
  • Neu gebildete Zellen sind zu klein durch einen mangelhaften Eiweißaufbau
  • Bereits gebildete Zellen sterben durch Alkoholeinfluss wieder ab
  • Die Verbindung zwischen den einzelnen Zellen werden im Aufbau behindert

Wie äußert sich FASD?

Wenn das tatsächliche Alter der Person mit FASD 18 Jahre ist, ist das Alter in den folgenden Bereichen:

  • Verständnis/seelische Reife = wie ein 6jähriger
  • Soziale Fähigkeiten = wie ein 7jähriger
  • Verständnis für Zeit/Geld/Mathe = wie ein 8jähriger
  • Fähigkeiten für das tägliche Leben = wie ein 11jähriger
  • Fähigkeiten beim Lesen = wie ein 16jähriger
  • Körperliche Reife = wie ein 18jähriger
  • Sprachbegabung = wie ein 20jähriger

(Alcohol Clin Exp Research, Vol. 22, No. 2, April 1998)

 

Die Kinder (und später auch Erwachsenen) sind oft:

  • impulsiv
  • erschöpft
  • haben wenig Gefühl für Gerechtigkeit
  • als Behinderte nicht anerkannt, da manche einen "normalen" IQ haben
  • sind oft verzweifelt auf der Suche nach Anregungen als Unterhaltung
  • Stimmungsschwankungen ausgesetzt
  • getrennt vom eigenen Gefühl
  • isoliert und einsam wegen gestörtem Sozialverhalten
  • verärgert und zornig, da sie mehr Unterstützung brauchen als andere

Weniger als 10% der Menschen mit FASD können gut selbständig leben (Centre for Disease Control and Prevention). In der Regel ist ein unbegleiteter Besuch einer Regelschule nicht möglich. Die meisten Menschen mit FASD benötigen eine lebenslange Betreuung. Es gibt eine sehr hohe Dunkelziffer in ALLEN sozialen Schichten. Auf ein diagnostiziertes Kind kommen 6-8 Kinder, die nicht diagnostiziert werden und somit ungeschützt leben.

FASD in Adoptiv- und Pflegefamilien

Adoptiv- und Pflegeeltern sind oft sehr belastet durch diese Behinderung. Sie erfahren meist wenig Verständnis von Fachleuten und dem privaten Umfeld und müssen die Enttäuschung über die Grenzen ihrer Arbeit mit den Kindern verarbeiten. Sie erleben die Gefährdung ihrer Ehe und Familie durch ständige Überlastung. Außerdem haben sie oft eine "schwierige" Familie dazu adoptiert. Es gibt häufig Kämpfe mit Behörden oder öffentlichen Einrichtungen und es entstehen teilweise hohe Kosten.

 

An dieser Stelle weise ich darauf hin, dass ich keine FASD-Diagnostik durchführe. Dies obliegt den Fachärzten. Ich unterstütze Sie aber gern bei der Suche nach einem geeigneten Facharzt und begleite Sie ergänzend, wenn gewünscht.

Dozententätigkeit FASD

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